Matthias Schottes

Wenn in früheren Jahren ein Feuer ausbrach, rief Jeder: Es brennt, der rote Hahn wütet. Zur Alarmierung der Dorfbewohner, besonders der auf dem Felde arbeitenden, läuteten die Kirchenglocken. Dann eilten alle herbei und halfen so gut es ging. Aber die Menschen waren doch meistens machtlos gegen die sich ausbreitende Feuersbrunst. So brannte Wallenborn im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert zweimal fast völlig ab. Aus dieser Notlage wurde im Jahre 1910 die freiwillige Feuerwehr gegründet, nach dem Wahlspruch: "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr", damals noch als Feuerwehr-Musikkapelle.
Der erste Brandmeister war Peter Zimmer. Es folgten Josef Zimmer, Nikolaus Zimmer, Johann Hunz, Willi Baasch. Nikolaus Scholzen und Nikolaus Stadtfeld, als jetziger Wehrführer.
Im Jahre 1921 wurde die Hauswasserleitung mit Hochbehälter gebaut. Die Gemeinde kaufte einen Handpumpen-Löschwagen. Dieser konnte entweder von Hand gezogen, oder mit Pferden gefahren werden. Es wurde auch ein Feuerwehrgerätehaus, damals noch "Spritzenhaus" genannt, gebaut. Dieses stand in der Mitte des Dorfes, dem jetzigen Kirchplatz. Während des II. Weltkrieges wurde im Dezember 1944 durch einen Bombenangriff auch das Spritzenhaus zerstört. Die "Spritze" wurde im Schulschuppen untergebracht, das sonstige Gerät und die Schläuche bewahrten die Feuerwehrmänner zu Hause auf, zum Schutz vor Fäulnis und Mäusen.
Nach Kriegsende 1945 durfte unter der französischen Besatzung die Feuerwehr nur aus neun Mann bestehen. Ab dem Jahre 1952 wurde die Feuerwehr wieder auf 20 Mann aufgestockt. Im Jahre 1955 kaufte die Gemeinde eine neue moderne Motortragspritze, eine TS 6/6, mit einer Leistung von 600 Litern pro Minute, welche heute noch einwandfrei arbeitet. Auch baute die Gemeinde ein neues Feuerwehr-Gerätehaus. Im Jahre 1960 wurde der noch fehlende TS-Anhänger erworben. Im gleichen Jahre konnte auf ein fünfzigjähriges Bestehen der Feuerwehr zurückgeblickt werden.
Nach der Eingliederung der Wehren in die Verbandsgemeinde Daun, wurde Wallenborn eine Stützpunktwehr. Sie erhielt nun einen gebrauchten Grenzschutz-Mannschaftswagen, der umgebaut als Unfall-Rettungswagen eingesetzt wurde. Dieser wurde 1983 durch einen neuen VW-LT 35 (UHW) Gerätewagen für technische Unfallhilfe ersetzt. Von Oktober 1983 bis Februar 1984 rüsteten die Mitglieder der Feuerwehr einen gebrauchten Ford-Transit, DoppeIkabine FT/120, in eigener Regie zum Tragkraft-Spritzenfahrzeug (TSF-Gerätewagen) in mehreren hundert Arbeitsstunden um. Nach weiteren zusätzlichen Geräteanschaffungen und Sonderlehrgängen der Wehrmänner, ist die Feuerwehr für die erweiterten Aufgaben gerüstet.
Im Jahre 1985 konnte die Feuerwehr Wallenborn ihr fünfundsiebzigjähriges Bestehen feiern. Auch zum heutigen Zeitpunkt ist unsere Feuerwehr jederzeit einsatzfähig. Fünfundzwanzig aktive Wehrmänner bedienen technische Ausrüstungsgeräte wie Funksierenen-Alarmierung, Funkmelde-Empfänger, Rettungsschere und Spreitzer, zehn Tonnen-Hydraulik-Winden, drei Tonnen Greifzug, Schneidgeräte, schweren Atemschutz und Schaumlöscher. Es wird fortwährend an realistischen Objekten verschiedener Art der Ernstfall geprobt. Die Feuerwehr ist heute eine technische Einrichtung, die bei allen Notlagen, vom Verkehrsunfall, beim Großbrand bis zum Katastrophenfall wirksame Hilfe leisten. Durch die Feuerwehr Wallenborn wird sichergestellt, daß zu jeder Tages- und Nachtzeit, in der Regel innerhalb von acht Minuten, das entsprechende Gerät mit der daran ausgebildeten Mannschaft an den jeweiligen Gefahrenort gelangen kann. Sie wird den Anforderungen stets gerecht. FEUERWEHREN löschen - bergen - retten - schützen!
Es hat sich in den vergangenen 78 Jahren gezeigt, daß unsere Wehr bei verschiedenen Brand- und Katastrophen-Einsätzen zur Hilfe und zum Schutze der Bürger gebraucht wurde. Möge unsere Jugend den Gedanken der Männer von vor achtundsiebzig Jahren in Zukunft fortsetzen unter dem Wahlspruch:
"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr."