Rudolf Mehler

Der "wallende Born", oder die "Brubbel", wie sie im Volksmund genannt wird, ist das Wahrzeichen von Wallenborn. Laut Chronik wurde Wallenborn das erste mal 1225 erwähnt. Ganz bestimmt haben unsere Vorfahren das Dorf nach dem "wallenden Born" benannt. In diesem Zusammenhang sei einmal darauf hingewiesen, daß es den Ortsnamen Wallenborn nur einmal in Deutschland gibt. So einmalig ist auch die periodisch aufwallende Quelle. Wie Geologen berichten, sogar einmalig In Europa. Nach 35 Minuten Ruhezeit, wallt oder "brubbelt" sie 20 Minuten lang. Schrifttum älteren Datums gibt es leider nicht.
Über die Entstehung und den Mechanismus des Aufwallens gibt es einige Hypothesen. Eine einfache verständliche, nicht wissenschaftliche Erklärung von Professor Lorenz aus Mainz sei hier kurz angeführt:
Vulkanische Tätigkeiten vor 10.000 bis 12.000 Jahren haben die "Brubbel" entstehen lassen. Nachwirkungen dieser Eruptionen in der Vulkaneifel sind die immer noch aufsteigende Kohlensäure. Im Wallenborner Talkessel sind auch noch eine ganze Reihe dieser Vorkommen als Säuerlinge oder Drees bekannt.
Unter dem "wallenden Born" werden unterirdische Hohlräume vermutet, die zum Teil mit Wasser gefüllt sind. Das Gas sammelt sich dort über dem Wasser an. Es entsteht ein Überdruck, der die Kohlensäure durch das Wasser hindurch nach oben schleudert. Das gleiche geschieht beim Menschen, der einmal aufstoßen, also "rülpsen" muß. Das ist eine der einfachen Erklärungen über die "Brubbel". Im Jahre 1933 wurde die Quelle 38 Meter tief gebohrt, um sie für die Kohlensäure-Industrie zu nutzen. Es wurde ein 30 Meter langes Rohr eingesetzt, aus dem das Wasser mehrere Meter hoch schoß. Am Rohr war ein seitlicher Auslauf angebracht, aus dem Trinkwasser floß. Das Wasser wurde auch zum Backen des Buchweizenkuchens (Helichkochen) verwendet.
Warum die Quelle dann nicht industriell genutzt wurde, ist nicht mehr festzustellen. Durch das mineralisch aggressive Wasser war das eingeführte Rohr schnell durchgerostet. Nach dem
II. Weltkrieg ragte noch das Reststück des Rohres aus dem Wasser. Aus dem Rohr flimmerte laufend Kohlensäuregas. In dieser Zeit lagen öfters tote Vögel im Wasser. Sie erstickten, wenn sie sich auf das Rohr setzten. Im Jahre 1975 wurde im Rahmen des Wettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden" die Quelle gefaßt und die Umgebung gestaltet. Wallenborn belegte dann auch in der Verbandsgemeinde Daun den 1. Platz. Bis dahin war die "Brubbel" nur ein Sumpfloch, das zum Schutze von Kinder und Tieren eingezäunt worden war. Alle Arbeiten wurden von der Dorfbevölkerung und einer ortsansässigen Firma, welche die Baumaschinen zur Verfügung stellte, kostenlos ausgeführt.
Jetzt erwachte auch wieder mehr Interesse für die Quelle in der Bevölkerung, bei Touristen und Wissenschaftlern. Immer wieder ist man begeistert von dem Wallenborner Naturwunder.
Seit 1983 ist die Quellenanlage in der heutigen Einfassung ausgebaut. Langfristige Vereinbarungen über die Gestaltung der Quelle und der Umgebung konnten mit dem Eigentümer, Dr. Reineke aus Daun, getroffen werden. Die Gemeinde gab 40.000 DM und erhielt einen Zuschuß von 10.000 DM.
Heute ist die "Brubbel" in vielen Reiseprospekten und wissenschaftlichen Büchern beschrieben. Unter anderem schrieb im Jahre 1982 Harald Heinz aus Mürlenbach seine Diplomarbeit über die "Brubbel". Der "wallende Born" ist nicht nur das Wahrzeichen Wallenborns, sondern eine bekannte Sehenswürdigkeit in der Vulkaneifel.