Renate Thömmes

Die Kreuzeiche, im Wallenborner Dialekt "Kreizeesch" genannt, ist wie das Heiligenhäuschen und die Wegekreuze eine bedeutende religiöse Stätte in Wallenborn. Sie steht etwa eineinhalb Kilometer von der Kirche entfernt in einer Weggablung im Talzug nordwestlich des Dorfes.
Bereits im Jahre 1939 wurde die Kreuzeiche, ein knorriges bizarres Gebilde, zum Naturdenkmal erklärt. Der Baum ist etwa dreihundert Jahre alt und hat einen Stammumfang von drei Metern. In der Aushöhlung am Stammansatz steht ein Holzkreuz. Baumchirurgen hauen die Kreuzeiche im Jahre 1978 vor dem Absterben bewahrt.
Über die Kreuzeiche hat sich in Wallenborn folgende Sage erhalten: Vor langer Zeit hat jemand während eines Gewitters unter der Eiche Schutz gesucht. Als das Gewitter immer näher kam, habe plötzlich ein Blitz die Eiche getroffen. Durch den Blitzschlag soll die Aushöhlung im Stamm entstanden sein. In diese Öffnung wurde dann später das Kreuz gestellt.
Seit jener Zeit, gehen die Bewohner von Wallenborn, an jedem ersten Sonntag im Mai, in einer Prozession zur Kreuzeiche und bitten den Lieben Gott um Schutz vor Unwettern. Zwischen den beiden Weltkriegen soll die alIjährliche Prozession einmal ausgefallen sein. Im gleichen Jahr, so wird erzählt, habe ein schweres Unwetter erheblichen Schaden angerichtet.