Matthias Zimmer

Wallfahrten sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Lebens in Wallenborn. Alljährlich finden zwei große Fußreisen statt:

am Pfingstsamstag in das 40 Kilometer entfernte Klausen,
am Samstag nach Maria Geburt (6. September) in das 33 Kilometer entfernte Barweiler.

Die auch über die Dorfgrenze hinaus bekanntere Wallfahrt ist die nach Klausen. Der erste Bittgang in den Marienwallfahrtsort fand im Jahre 1869 statt. Anlaß war die Pest, an der fast an jedem Tage ein Wallenborner starb. In ihrer großen Not pilgerten die Dorfbewohner in ein und derselben Woche dreimal nach Klausen. Bei der dritten Ankunft soll ihnen der Klausener Pastor gesagt haben, daß sie dieses Jahr nicht mehr zu kommen brauchten, da nun niemand mehr an der schrecklichen Krankheit sterben würde. Dieses soll sich bewahrheitet haben.
Fortan wurde der Gang nach Klausen zur Tradition. Selbst im II. Weltkrieg machten sich "Hensen Kätchen und Kobbes" auf den Weg nach Klausen.
Auch heute noch ist diese Wallfahrt sehr beliebt. Meist treffen siebzig und mehr Pilger, begleitet von der Wallenborner Musikkapelle, am späten Samstagnachmittag in Klausen ein, wo sie den Segen empfangen. Anders als in früheren Zeiten, als die Pilger den Rückweg am nächsten Tage noch zu Fuß bewältigten, wird heute noch am gleichen Abend mit einem Bus zurück nach Wallenborn gefahren.
Unbekannt ist, wann die erste Prozession nach Barweiler ging. Gebetet wurde und wird zur Gottesmutter Maria für "Anliegen in großer Not". Da Barweiler schon immer das Ziel vieler Wallfahrer aus der Umgehung war, mußten diese aus Mangel an Betten zum Teil auf Stroh übernachten. Auch von Barweiler kehren die Wallenborner Pilger noch am gleichen Tage mit einem Bus zurück.
Eng verbunden mit den beiden Wallfahrten sind die Namen folgender Personen: Johann Zilgen, Adam Horten, Matthias Zimmer-Scholzen, Mattes Schottes-Hunz, Nikolaus Zimmer, Christian Zimmer und Matthias Großmann, welche die Prozession über viele Jahre als Brudermeister geführt haben.
Heute sorgen Clemens Meerfeld, Johann Hermes und Matthias Zimmer dafür, daß die seit altersher festgelegte Reihenfolge der "Rosenkränze" und Gebete eingehalten wird.
Neben den beiden Wallfahrten sind noch zwei Bittprozessionen zu erwähnen. Am ersten Sonntag im Mai gehen die Gläubigen um die "Kreuzeiche". Es wird dafür gebetet, daß weder Hagel noch Blitz und Donner den Menschen, den Tieren und dem Land schaden sollen. Als dieser Bittgang im II. Weltkrieg einmal ausfallen mußte, kam es im Sommer des gleichen Jahres, so wissen noch viele Einheimische zu berichten, zu einer Hagelschauer, bei der Hagelkörner "so dick wie Hühnereier" zur Erde fielen.
Die Bittprozession "um die Höhe" ist an Christi Himmelfahrt. Sie geht auf das Jahr 1705 zurück, in dem das ganze Dorf abgebrannt ist.