Rudolf Becker

Etwa einhundert Meter von der Ortsmitte, am Weidenbacher Weg, steht ein kleines Heiligenhäuschen, das für das religiöse und kirchliche Leben in Wallenborn eine große Bedeutung hat. Viele Menschen gehen entweder allein oder pilgern in Prozessionen dorthin, um die Muttergottes um Hilfe zu bitten bei schwerer Krankheit, für Sterbende, bei Unglücken oder Todesfällen. Sie erflehen die Hilfe der Mutter Maria und danken für die Erhörung Gottes. Fast täglich besuchen Betende das Kapellchen aus persönlichen Anlässen oder aus Frömmigkeit.
Ursprünglich befand sich am Standort des Heiligenhäuschens nur der jetzt noch vorhandene gemeisselte Sandstein mit der Inschrift: Gewidmet von der Familie Kuhl 1885.
Eine Familie Kuhl wohnte damals im Hause Hauer. In dieser Zeit waren die Dorfbewohner von einer Scharlach- und Diphterie-Epedemie befallen. Betroffen waren auch Angehörige der Familie Kuhl. Die wenigen noch gesunden Einwohner entschlossen sich, des öfteren nacheinander zum Heiligenbild der Muttergottes zum Wallfahrtsort Klausen zu pilgern. Als dann nach vielen Bittgängen keiner mehr gestorben war, wurde aus Dankbarkeit und Verehrung dieser Gedenkstein errichtet.
In den Personenstandsregistern ist eine Elisabeth Kuhl, geboren im Jahre 1845, beurkundet. Sie war verheiratet mit Gerhard Hauer, der 1848 in Gondorf geboren war. Letzterer hat dann nach der Übernahme des Hauses Hauer, im Jahre 1902 an gleicher Stelle, das Heiligenhäuschen errichtet. Es hat das ursprüngliche Erscheinungsbild bis heute unverändert erhalten. Die heutige Besitzerin ist ein Nachkomme des Erbauers.